Something is sqeezing my skull

Am Rande Berlins, an einer Bushaltestelle. Schön grün ist es hier, angenehm ruhig. Eben noch zu Besuch in der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, nun an der Bushaltestelle.
Ich bin nicht allein. Keine zwei Meter neben mir stehen drei ältere Damen mit einem in weiß gekleideten jungen Mann. Es geht um Nebenwirkungen. Nebenwirkungen von Zyprexa.
Wenn es um Zyprexa geht, dann geht es um
Schizophrenie.
Psychosen.
Es ist schon erschreckend, wozu das menschliche Gehirn in der Lage ist, wozu das menschliche Gehirn nicht in der Lage ist.
Kontrollverlust.
Machtlosigkeit.
Der Bus kommt. Der Bus fährt los. Ein Sitzplatz wird frei. Ich setze mich. Hinter mir zwei junge Frauen. Sie unterhalten sich. Sie unterhalten sich über Schizophrenie.
Studentinnen.
Es geht nicht direkt um Schizophrenie. Auch um Depression, Psychosen, Neurosen... Niemand ist frei davon, es steckt in jedem.
Sie steigen aus. Ich fahre weiter.
Es ist wie ein Tanz auf dem Seil. Viele schaffen es die Balance zu halten. Einige haben keinerlei Schwierigkeiten damit. Manche müssen sich mehr Mühe geben andere weniger. Manche können sie nicht halten, die Balance. Mit Schwäche hat das jedoch absolut nichts zu tun. Es sind andere Kräfte die dort wirken.
Kräfte, gegen die man nur schwer oder gar nicht ankommt.
Zermürbend.
Zerfressend.
Häufig bringen sie aber noch etwas anderes mit sich. Eine Fähigkeit. Sie öffnen neue Gedankenwelten. Eine andere Art des Denkens.
Oft ermüdend.
Kräftezehrend.
Angsteinflößend.
Nicht selten ist es aber auch der Fall, dass mit dem düsteren Monster auch die Genialität kommt.
Kreativität.
Unglaibliche Dinge entstehen, werden freigesetzt. Bilder, Texte, Kunstwerke, Musik, Melodien, Kompositionen, Kreationen.
Schönheit.
Traurige Schönheit.
Melancholie.
Kraft.
Großes.
Kommt man gegen das schwarze Monster an, durch Aufbringung aller Kräfte oder oft auch durch Medikamente, geht auch davon etwas verloren. Manchmal geht es auch komplett verloren.
Was also tun?
Das schwarze Monster kam nicht einfach irgendwoher. Es war schon immer da. Es ist ein Teil des Ganzen, schon immer gewesen. Es zu verbannen bringt Verluste. Mit ihm zu leben funktioniert jedoch auch nicht.

11.9.09 22:14
 


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